Was sind Open Tunings bei der Gitarre?
Bei einem Open Tuning wird die Gitarre so gestimmt, dass die leeren Saiten zusammen bereits einen Akkord oder eine bestimmte harmonische Klangstruktur ergeben.
Im Gegensatz zum Standard-Tuning E-A-D-G-H-E werden dafür eine oder mehrere Saiten tiefer oder höher gestimmt. Dadurch verändern sich nicht nur Akkordgriffe, sondern oft auch das gesamte Spielgefühl auf dem Griffbrett.
Open Tunings sind besonders beliebt bei Slide-Gitarre, Blues, Folk und akustischer Gitarre. Aber auch in Rock und moderner Gitarrenmusik werden alternative Stimmungen eingesetzt, um neue Klangfarben und ungewöhnliche Voicings zu erzeugen.
Dabei muss nicht jedes alternative Tuning automatisch einen vollständigen offenen Akkord ergeben. Begriffe wie Open Tuning und alternative Gitarrenstimmung werden deshalb im Alltag häufig etwas großzügig verwendet.
Drop D – die einfachste alternative Gitarrenstimmung
Drop D ist für viele Gitarristen der einfachste Einstieg in alternative Gitarrenstimmungen.
Dabei wird lediglich die tiefe E-Saite einen Ganzton tiefer auf D gestimmt. Die Stimmung lautet anschließend D-A-D-G-H-E.
Der große Vorteil: Die tiefen drei Saiten bilden nun einen Powerchord, der mit einem einzigen Finger gegriffen werden kann. Deshalb ist Drop D besonders in Rock, Metal und moderner Gitarrenmusik weit verbreitet.
Gleichzeitig bleiben die oberen fünf Saiten gegenüber dem Standard-Tuning unverändert. Viele bekannte Akkordgriffe und Tonleitern funktionieren deshalb weiterhin wie gewohnt.
DADGAD – offene Klänge und schwebende Akkorde
DADGAD gehört zu den bekanntesten alternativen Gitarrenstimmungen. Die Saiten werden auf D-A-D-G-A-D gestimmt.
Die offenen Saiten ergeben keinen klassischen Dur- oder Moll-Akkord. Stattdessen entsteht ein schwebender, offener Klangcharakter, der sich hervorragend für modale Musik, Folk, Fingerstyle und atmosphärische Gitarrenparts eignet.
Durch die mehrfach vorkommenden Töne D und A entstehen viele Resonanzen zwischen gegriffenen und leeren Saiten. Selbst einfache Griffbilder können dadurch sehr breit und komplex klingen.
DADGAD fordert allerdings ein Umdenken auf dem Griffbrett. Gewohnte Akkordformen aus dem Standard-Tuning lassen sich nicht einfach unverändert übernehmen.
Weitere alternative Gitarrenstimmungen
Neben Drop D und DADGAD gibt es zahlreiche weitere Gitarrenstimmungen.
Bei tieferen Tunings werden mehrere oder alle Saiten heruntergestimmt. Das verändert Saitenspannung, Klang und Spielgefühl und wird häufig für härtere oder besonders tiefe Gitarrensounds eingesetzt.
Offene Dur- und Moll-Stimmungen sind besonders bei Slide-Gitarre beliebt. Die leeren Saiten ergeben dabei bereits einen vollständigen Akkord, sodass Akkorde über alle sechs Saiten mit einem geraden Barre gegriffen werden können.
Welche Stimmung sinnvoll ist, hängt stark von Musikstil, Spieltechnik und dem gewünschten Klang ab. Eine alternative Stimmung ist kein Selbstzweck – sie sollte dir musikalische Möglichkeiten eröffnen, die im Standard-Tuning nur schwer oder gar nicht erreichbar sind.
So stimmst du deine Gitarre sicher auf ein Open Tuning
Stimme jede Saite einzeln und kontrolliere genau, auf welchen Zielton sie gebracht werden muss.
Besonders beim Herunterstimmen solltest du darauf achten, den richtigen Tonbereich zu treffen. Ein chromatisches Stimmgerät kann zwar den Ton erkennen, sagt dir aber nicht automatisch, welche Saite in der gewählten Stimmung welchen Zielton haben soll.
Feste Tuning-Modi sind deshalb besonders praktisch. Du wählst die gewünschte Gitarrenstimmung aus und das Stimmgerät führt dich durch die passenden Zieltöne der einzelnen Saiten.

Im Fixed-Modus führt TUNE-O-MATIC Saite für Saite durch alternative Gitarrenstimmungen wie Drop D oder DADGAD.
Die TUNE-O-MATIC bietet dafür verschiedene feste Gitarrenstimmungen wie Standard-Tuning, Drop D, DADGAD und Low C. So kannst du alternative Tunings kontrolliert und Saite für Saite einstellen.
Andere Saitenspannung bei alternativen Stimmungen beachten
Wenn du deine Gitarre deutlich tiefer stimmst, sinkt die Spannung der Saiten. Die Saiten fühlen sich weicher an und können bei kräftigem Anschlag stärker schwingen.
Bei dauerhaft tieferen Tunings kann deshalb eine andere Saitenstärke sinnvoll sein. Dickere Saiten gleichen einen Teil der verlorenen Spannung aus und sorgen häufig für ein stabileres Spielgefühl.
Ein Wechsel der Saitenstärke oder eine dauerhaft veränderte Stimmung kann außerdem die Einstellung der Gitarre beeinflussen. Halskrümmung, Saitenlage und Intonation sollten deshalb nach größeren Änderungen kontrolliert werden.
Wie du die Oktavreinheit deiner Gitarre richtig überprüfst, erklären wir in unserem ausführlichen Setup-Artikel.
Open Tunings eröffnen neue Möglichkeiten auf der Gitarre
Alternative Gitarrenstimmungen verändern nicht nur die Tonhöhe einzelner Saiten. Sie verändern die Art, wie du über Akkorde, Melodien und das Griffbrett denkst.
Drop D erweitert das Standard-Tuning mit einem kräftigen tiefen D und einfachen Powerchords. DADGAD erzeugt offene, schwebende Klangflächen. Andere Open Tunings ermöglichen neue Akkordformen und besonders resonante Sounds.
Nimm dir Zeit, eine neue Stimmung musikalisch zu entdecken. Spiele zunächst nur die leeren Saiten, suche einfache Akkorde und achte darauf, welche Töne miteinander resonieren.
Mit einem Gitarren-Stimmgerät, das feste alternative Tunings unterstützt, kannst du jederzeit sicher zwischen den verschiedenen Stimmungen wechseln.
GIT-O-MATIK verbindet Gitarren-Stimmgerät, Metronom und Timing-Analyse in einer Übungssoftware für Gitarristen.
