Warum schneller üben dich oft langsamer macht
Viele Gitarristen machen beim Üben denselben Fehler: Sobald eine Übung halbwegs funktioniert, wird das Metronom schneller gestellt.
Das fühlt sich nach Fortschritt an – führt aber häufig dazu, dass Bewegungen unsauber werden. Die Greifhand verkrampft, der Anschlag wird hektisch und kleine Fehler schleichen sich immer wieder an denselben Stellen ein.
Das Problem dabei: Dein Körper lernt nicht nur die richtigen Bewegungen. Er lernt auch die Fehler, die du ständig wiederholst.
Wenn du eine Passage bei höherem Tempo zehnmal unsauber spielst, trainierst du genau diese unsaubere Bewegung zehnmal. Mehr Geschwindigkeit entsteht dadurch nicht – du machst den Fehler nur schneller.
Der schnellste Weg zu mehr Tempo ist deshalb oft überraschend langsam: Übe so kontrolliert, dass jede Bewegung reproduzierbar funktioniert.
Das richtige Metronom-Tempo zum Üben finden
Das richtige Übungstempo ist das Tempo, bei dem du eine Passage kontrolliert und möglichst fehlerfrei spielen kannst. Ein Metronom für Gitarre hilft dir dabei, das Tempo exakt festzulegen und deine Fortschritte reproduzierbar zu kontrollieren.
Wenn du ständig hängenbleibst, einzelne Töne verschluckst oder die Bewegungen hektisch werden, ist das Tempo zu hoch. Dann hilft es nicht, sich „durchzubeißen“. Reduziere die Geschwindigkeit so weit, bis du wieder bewusst spielen kannst.
Ein guter Ausgangspunkt ist ein Tempo, bei dem du die Übung mehrmals hintereinander sauber wiederholen kannst. Erst dann erhöhst du das Metronom in kleinen Schritten.
Wie groß diese Schritte sein sollten, hängt von der Übung ab. Bei einfachen Bewegungsabläufen können fünf BPM sinnvoll sein. Bei technisch schwierigen Passagen reichen manchmal schon zwei oder drei BPM.
Wichtig ist nicht, wie schnell du das Metronom hochstellst. Entscheidend ist, dass die Bewegung bei jedem neuen Tempo stabil bleibt.
Warum kleine Temposchritte besser funktionieren als große Sprünge
Große Temposprünge überfordern oft genau die Bewegungen, die du gerade erst sauber aufgebaut hast. Eine Passage funktioniert bei 80 BPM problemlos – bei 100 BPM bricht plötzlich alles auseinander.
Das bedeutet nicht unbedingt, dass dir Geschwindigkeit fehlt. Häufig ist der Sprung einfach zu groß, um die vorhandene Bewegung stabil ins höhere Tempo zu übertragen.
Erhöhe das Metronom deshalb lieber in kleinen Schritten. Schon zwei bis fünf BPM können ausreichen, um deinen Bewegungsablauf an ein höheres Tempo anzupassen.
Bleibt die Passage sauber, erhöhst du erneut. Werden die Bewegungen hektisch oder ungenau, gehst du einen Schritt zurück.
So entsteht Geschwindigkeit nicht durch Kraft oder Hektik, sondern durch viele kleine Anpassungen. Dein Körper gewöhnt sich kontrolliert an das höhere Tempo und die Bewegung bleibt auch dann stabil, wenn es schneller wird.
Mit einem Speed-Trainer automatisch schneller werden
Ein Speed-Trainer nimmt dir die Temposteigerung während des Übens ab. Du legst ein Starttempo fest und bestimmst, in welchen Schritten das Tempo erhöht werden soll.
Das hat einen einfachen Vorteil: Du musst deine Übung nicht ständig unterbrechen, um das Metronom neu einzustellen. Stattdessen bleibst du im Bewegungsablauf und kannst dich vollständig auf dein Spiel konzentrieren.
Bei der CLICK-O-MATIC lässt sich festlegen, wie stark und nach wie vielen Takten das Tempo steigen soll. So kannst du beispielsweise langsam beginnen und die Geschwindigkeit Schritt für Schritt erhöhen.

Wichtig bleibt trotzdem: Ein Speed-Trainer entscheidet nicht für dich, ob du noch sauber spielst. Sobald eine Passage unsauber wird oder du dich verkrampfst, solltest du das Tempo reduzieren.
Automatische Temposteigerung funktioniert am besten dann, wenn sie kontrolliertes Üben unterstützt – nicht, wenn sie zum Wettrennen gegen das Metronom wird.
Eine einfache Metronom-Übung für mehr Geschwindigkeit
Wähle eine kurze Übung oder Gitarrenpassage, die du technisch bereits verstanden hast. Stelle das Metronom zunächst auf ein Tempo, bei dem du die Passage sicher und kontrolliert spielen kannst.
Spiele die Übung mehrere Male hintereinander. Achte dabei besonders auf gleichmäßige Anschläge, saubere Greifbewegungen und unnötige Spannung in Händen und Armen.
Funktioniert die Passage stabil, erhöhe das Tempo um zwei bis fünf BPM und wiederhole die Übung.
Sobald Fehler auftreten, die Bewegung hektisch wird oder du dich verkrampfst, gehst du auf das letzte saubere Tempo zurück. Spiele dort einige Wiederholungen und versuche anschließend erneut, das Tempo zu erhöhen.
Notiere dir am Ende deiner Übung das höchste Tempo, bei dem du die Passage sauber spielen konntest. Beim nächsten Training startest du bewusst etwas darunter.
So misst du deinen Fortschritt nicht daran, wie schnell du eine Passage irgendwie spielen kannst, sondern daran, bei welchem Tempo sie kontrolliert und reproduzierbar funktioniert.
Timing bleibt auch beim schnellen Spielen entscheidend
Mehr Tempo bringt dir wenig, wenn die Anschläge nicht mehr gleichmäßig im Beat liegen. Gerade bei schnellen Passagen passiert es leicht, dass einzelne Töne vorgezogen werden oder schwierige Bewegungen das Tempo unbewusst abbremsen.
Achte deshalb nicht nur darauf, ob du alle Töne spielst. Höre auch darauf, ob die Abstände zwischen deinen Anschlägen gleichmäßig bleiben.
Ein Metronom gibt dir dafür die zeitliche Referenz. Noch hilfreicher wird das Training, wenn du erkennen kannst, ob deine Anschläge regelmäßig vor oder hinter dem Beat liegen.
Wenn du dein Gitarren-Timing gezielt verbessern möchtest, solltest du deshalb Geschwindigkeit und Timing nicht getrennt voneinander trainieren. Saubere Technik, kontrolliertes Tempo und präzises Timing gehören zusammen.
Mit Metronom üben heißt kontrolliert schneller werden
Schneller Gitarre zu spielen bedeutet nicht, das Metronom möglichst schnell hochzudrehen. Entscheidend ist, dass deine Bewegungen auch bei höherem Tempo sauber, locker und reproduzierbar bleiben.
Beginne bei einem sicheren Tempo, steigere die Geschwindigkeit in kleinen Schritten und gehe zurück, sobald die Kontrolle verloren geht.
Mit der CLICK-O-MATIC kannst du dein Übungstempo automatisch steigern und den Trainingsablauf individuell anpassen. Der integrierte Speed-Trainer unterstützt dich dabei, konzentriert im Bewegungsablauf zu bleiben und dein Tempo Schritt für Schritt zu erhöhen.
GIT-O-MATIK verbindet Gitarren-Metronom, Speed-Trainer und Timing-Analyse in einer Software für gezieltes Gitarrentraining.
