Warum eine perfekt gestimmte Gitarre trotzdem falsch klingen kann
Du stimmst deine Gitarre sauber – und trotzdem klingen Akkorde oder einzelne Töne weiter oben auf dem Griffbrett irgendwie falsch?
Dann liegt das Problem möglicherweise nicht an der Stimmung der leeren Saiten, sondern an der Intonation der Gitarre.
Eine Gitarre ist oktavrein eingestellt, wenn der gegriffene Ton im 12. Bund genau eine Oktave über der leeren Saite liegt. Ist der Ton dort zu hoch oder zu tief, verändert sich die Tonhöhe beim Greifen stärker oder schwächer als vorgesehen.
Das fällt besonders bei Akkorden, Doppelgriffen und Melodien in höheren Lagen auf. Die Gitarre ist dann zwar auf den leeren Saiten korrekt gestimmt, klingt auf dem Griffbrett aber trotzdem zunehmend unrein.
Bevor du also ständig nachstimmst, lohnt es sich zu überprüfen, ob die Oktavreinheit deiner Gitarre korrekt eingestellt ist.
Oktavreinheit und Bundreinheit sind nicht dasselbe
Die Begriffe Oktavreinheit und Bundreinheit werden häufig verwechselt. Sie beschreiben aber zwei unterschiedliche Dinge.
Die Bundreinheit wird durch die Position der Bundstäbchen bestimmt. Sind die Bünde konstruktiv korrekt gesetzt, liegen die gegriffenen Töne an den vorgesehenen Stellen des Griffbretts. Das kannst du bei einer fertigen Gitarre normalerweise nicht einfach einstellen.
Die Oktavreinheit dagegen lässt sich bei vielen E-Gitarren und E-Bässen über die Position der einzelnen Saitenreiter an der Brücke korrigieren. Dabei wird die schwingende Länge jeder Saite angepasst.
Für die Kontrolle vergleichst du die Tonhöhe der Saite mit dem gegriffenen Ton im 12. Bund. Ist der gegriffene Ton zu hoch oder zu tief, muss die wirksame Saitenlänge entsprechend korrigiert werden.
Eine korrekt eingestellte Oktavreinheit sorgt dafür, dass die Gitarre über das Griffbrett hinweg möglichst sauber intoniert.
So überprüfst du die Oktavreinheit deiner Gitarre
Stimme die Saite zunächst möglichst genau. Spiele anschließend den Flageolett-Ton über dem 12. Bund und kontrolliere seine Tonhöhe mit einem präzisen Stimmgerät.
Danach greifst du dieselbe Saite im 12. Bund und vergleichst den gegriffenen Ton mit dem Flageolett-Ton.
Ist der gegriffene Ton zu hoch, ist die schwingende Saitenlänge zu kurz. Der Saitenreiter muss weiter vom Hals weg bewegt werden.
Ist der gegriffene Ton zu tief, ist die schwingende Saitenlänge zu lang. Der Saitenreiter muss in Richtung Hals bewegt werden.
Nach jeder Änderung stimmst du die leere Saite erneut und wiederholst die Messung. Arbeite dabei in kleinen Schritten, bis Flageolett-Ton und gegriffener Ton im 12. Bund möglichst genau übereinstimmen.
Achte beim Greifen darauf, die Saite nicht unnötig stark herunterzudrücken. Zu hoher Fingerdruck kann den gegriffenen Ton nach oben ziehen und die Messung verfälschen.
Warum ein präzises Stimmgerät bei der Intonation wichtig ist
Bei der Einstellung der Oktavreinheit geht es oft um sehr kleine Tonhöhenunterschiede. Ein Stimmgerät, das nur grob anzeigt, ob ein Ton „richtig“ ist, reicht dafür nicht immer aus.
Wichtig ist, dass du die Abweichung zwischen Referenzton und gegriffenem Ton möglichst genau erkennen kannst. Schon wenige Cent können bei der Kontrolle der Intonation eine Rolle spielen.

Der manuelle Ton-Lock der TUNE-O-MATIC hält den zu prüfenden Ton fest und erleichtert die Kontrolle der Gitarren-Intonation
Besonders praktisch ist es, wenn das Stimmgerät den zu prüfenden Ton festhalten kann. Dadurch springt die Anzeige nicht ständig auf benachbarte Töne und du kannst Flageolett und gegriffenen Ton gezielt miteinander vergleichen.
Genau dafür besitzt die TUNE-O-MATIC einen manuellen Ton-Lock. Du kannst einen Ton fest auswählen und die Abweichung beim Einstellen der Oktavreinheit präzise beobachten.
Oktavreinheit einstellen: Schritt für Schritt
Stimme zuerst alle Saiten deiner Gitarre sauber und bringe das Instrument möglichst in die Spielposition, in der du es normalerweise benutzt.
Beginne mit einer Saite und spiele den Flageolett-Ton über dem 12. Bund. Kontrolliere die Tonhöhe mit dem Stimmgerät.
Greife anschließend dieselbe Saite im 12. Bund und vergleiche die Tonhöhe.
Ist der gegriffene Ton zu hoch, verlängerst du die schwingende Saitenlänge, indem du den Saitenreiter von den Tonabnehmern beziehungsweise vom Hals weg bewegst.
Ist der gegriffene Ton zu tief, verkürzt du die schwingende Saitenlänge und bewegst den Saitenreiter in Richtung Hals.
Stimme die Saite nach jeder Veränderung erneut und wiederhole die Messung. Schon kleine Änderungen am Saitenreiter können die Intonation deutlich beeinflussen.
Arbeite dich Saite für Saite durch das Instrument und kontrolliere zum Abschluss noch einmal alle Saiten. Durch Veränderungen an der Brücke oder an einzelnen Saitenreitern kann es sinnvoll sein, die Messung ein zweites Mal zu wiederholen.
Wann du die Oktavreinheit deiner Gitarre überprüfen solltest
Die Oktavreinheit solltest du immer dann überprüfen, wenn sich wichtige Bedingungen an deiner Gitarre verändern.
Besonders nach einem Wechsel der Saitenstärke kann eine neue Einstellung notwendig werden. Dickere oder dünnere Saiten reagieren anders und können die Intonation verändern.
Auch bei einem Wechsel auf eine alternative Stimmung lohnt sich die Kontrolle. Wenn du beispielsweise dauerhaft von Standard-Tuning auf Drop D oder ein tieferes Tuning wechselst, verändern sich Saitenspannung und Spielgefühl.
Nach größeren Arbeiten am Instrument – etwa Veränderungen an Halskrümmung, Saitenlage oder Brücke – solltest du die Oktavreinheit ebenfalls kontrollieren.
Und natürlich gilt: Wenn die leeren Saiten sauber gestimmt sind, Akkorde oder Melodien in höheren Lagen aber trotzdem auffällig unrein klingen, ist eine Überprüfung der Intonation sinnvoll.
Eine saubere Intonation beginnt mit einer präzisen Kontrolle
Eine Gitarre kann auf den leeren Saiten perfekt gestimmt sein und trotzdem in höheren Lagen unrein klingen. Genau deshalb gehört die Kontrolle der Oktavreinheit zu einem sauberen Gitarren-Setup.
Vergleiche Flageolett (= natural harmonic) und gegriffenen Ton im 12. Bund, arbeite bei der Einstellung in kleinen Schritten und stimme die Saite nach jeder Veränderung erneut.
Mit einem präzisen Gitarren-Stimmgerät kannst du selbst kleine Abweichungen erkennen und die Intonation jeder Saite gezielt kontrollieren.
Die TUNE-O-MATIC unterstützt dich dabei mit chromatischer Tonerkennung und manuellem Ton-Lock. So bleibt die Anzeige gezielt auf dem zu prüfenden Ton und du kannst die Oktavreinheit deiner Gitarre präzise einstellen.
